Barack Obama vs. Chlor-Alkali

Barack Obama, US-Präsidentschaftskandidat und Senator von Illinois, hat am Mittwoch eine Gesetzesvorlage eingebracht, die die Produktion von Chlor mit Quecksilber ab 2012 in den USA verbieten soll. Der Missing Mercury in Manufacturing Monitoring and Mitigation Act (M5) richtet sich gegen fünf Anlagen, die nach wie vor die Quecksilber-Technik zur Chlorproduktion verwenden. Drei weitere Anlagen sind in der Umstellung. (Die Chloralkali-Elektrolyse ist beim Industrieverband EuroChlor anschaulich als Flash-Animation dargestellt).

Die Chlor-Alkali-Industrie ist eine der Hauptquellen für Quecksilber in der Umwelt. Obama begründet seine Gesetzesvorlage mit gesundheitlichen Gründen. Umweltfreundlichere Technologie sei vorhanden. In der Pressemitteilung heisst es:

„The level of mercury in the fish we eat continues to remain high, posing a particularly acute health threat to pregnant women and children,“ said Senator Obama. „We know that mercury can cause serious developmental problems in children and problems affecting vision, motor skills, blood pressure, and fertility in adults. This bill will phase out the use of mercury in U.S. plants that manufacture chlorine and caustic soda. Cost effective technology is available today to transition these plants to safer production processes, keeping all of us and our environment safer and healthier.“

In Europa haben sich die Chlor-Hersteller eine Selbstverpflichtung abgegeben, alle Werke bis 2020 (!) umzustellen. In Japan wird schon seit den 1970er Jahren die umweltfreundlichere Membrantechnik großflächig verwendet – eine entschlossene Reaktion auf die Minamata-Krankheit.

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