Mail an EU-Parlamentarier

Es war wieder knapp, nur zwanzig Stimmen hätte eine andere Entscheidung gebracht. Bis zum Schluss hat Martin Callanan, sich als britischer Barometer-Retter aufgespielt. Reich verziehrte Holzkunstwerke die nebenbei auch noch den Luftdruck anzeigen, sollten weiterhin mit hochgiftigem Quecksilber befüllt werden dürfen. So was kommt an: die böse EU verbietet britischen Handwerkern ihre Tradition fortzuführen und vernichtet Arbeitsplätze. Er hatte es schon einmal geschafft damit eine Abstimmung im Parlament zu gewinnen, aber die Umweltminister haben dies später kassiert. Auf ein weiteres Hin-und-Her wollte sich nicht mal die industriefreundlichen Abgeordneten mehr einlassen. Zu Recht! Meine Mail an die deutschen Parlamentarier:

Sehr geehrte …,

vor zwei Wochen ereignete sich ein Zwischenfall in der Müllverbrennungsanlage Darmstadt. Die Anlage wurde vier Tage stillgelegt, um ein bis zwei Kilogramm Quecksilber zu entfernen. Diese Menge passt in eine Kaffetasse – oder zum Beispiel in zwei bis drei Barometer. Aus Unwissenheit oder Nachlässigkeit können solche Instrumente von Privatpersonen im Hausmüll entsorgt werden, obwohl dies verboten ist. Die aufwändigen mechanischen Filter hätten diese Menge nicht aufhalten können. Die Kosten betrugen 15.000 bis 20.000 Euro pro Tag! (Frankfurter Rundschau)

Heute entscheiden Sie im Europaparlament über die Verwendung von Quecksilber in Messinstrumenten. Ich bitte Sie, den Entwurf des Umweltausschusses anzunehmen. Stimmen Sie gegen Ausnahmen für Quecksilber in Barometern! Es ist eine ökonomisch und ökologisch verantwortungsvolle Entscheidung.

Mit freundlichen Grüßen, …

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2 Responses to Mail an EU-Parlamentarier

  1. […] Häufig ist es gar nicht vorhanden, manchmal befindet sich aber unerwartet eine illegal entsorgt größere Menge im Müll wieder. Normale Filter sind für solche Störfälle nicht angelegt. Und um den Quecksilberfilter in […]

  2. […] Zeug lieber schnell zurück. In der Umwelt freigesetzt kann es ganz schöne Schäden verursachen. Dann wird’s teuer. Polizei und Feuerwehr warnen vor gefährlichem […]

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