Die Hauptbelastung der Allgemeinbevölkerung wird durch Freisetzung von Quecksilberdampf aus Amalgamfüllungen und den Konsum von Fisch hervorgerufen.
Dies geht aus Blut- und Urinproben hervor, die das Umweltbundesamt von mehreren Tausend Personen getestet hat. Aber wie kommt das Quecksilber in den Fisch? Fast alles freigesetzte Quecksilber landet früher oder später in Gewässern und schließlich im Meer. Mikroorganismen wandeln metallisches Quecksilber (Hg0) in organisches, sogenanntes Methylquecksilber (CH3Hg+) um. Methylquecksilber baut sich im Körper nur sehr langsam ab und reichert sich über die Nahrungskette an. Große, alte Fische, die im Laufe ihres Lebens viele kleinere Fische gefressen haben, haben den höchsten Gehalt von Methylquecksilber im Körper. Dies gilt natürlich auch für Meeressäuger (wie Wale und Delfine), Vögel (z.B. Kraniche) oder Menschen, die viel Fisch essen.
Besonders Kinder und Frauen die schwanger sind, die stillen oder die schwanger werden könnten (!) sollten keine großen Mengen von den am stärksten belasteten Sorten Fisch essen.
Für bestimmte Arten erlaubt die EU einen doppelt so hohen Grenzwert für Quecksilber wie bei allen anderen Fischen. Dies sind unter anderem: Schwertfisch, Hai, Thunfisch (Bonito), Barsch, Hecht, Marlin, Makrelen, Stör, Heilbutt, Rotbarsch, Dorsch, Seeteufel … Auch die Herkunft hat einen Einfluss: Mittelmeer und Ostsee sind relativ klein und haben einen geringen Wasseraustausch. Hier werden Giftstoffe im Wasser nur schwach verdünnt. Weniger belastet ist Fisch aus großen Ozeanen. Gesundheitlich und ökologisch sind Bio-Aquakulturen am besten.
LINKS
- Umweltsurvey des Umweltbundesamtes mit Daten zur Quecksilberbelastung der Bevölkerung (Bericht 1998 als PDF, 1,4 MB)
- Lebensmittel Monitoring des Bundesamtes für Verbraucherschutz (Bericht 2006 als PDF, 1,4 MB)
- Forschungsprojekt „Methylquecksilber in Fischen“ im Auftrag von BMU und BfR
- Offizielle Meldungen im europäischen Schnellwarnsystem für Lebensmittel (Quecksilberfunden in Fisch)
- Verordnung 1881/2006 zur Festsetzung der Höchstgehalte für bestimmte Kontaminanten in Lebensmitteln (enthält Grenzwerte für Quecksilber in Fisch)
Änderungsverordnung 629/2008 - Warnungen der Europäischen Lebensmittelbehörde (PDF, engl.) und des Bundesinstituts für Risikobewertung zu Quecksilber in Fisch
- Bundesinstitut für Risikobewertung: Verbrauchertipp für Schwangere und Stillende, den Verzehr von Thunfisch einzuschränken (PDF)
- Verbrauchertipps von Greenpeace und WWF
ARTIKEL
Einige Hintergrundartikel zur Quecksilberbelastung von Fisch in diesem Blog. Alle (auch hier nicht aufgeführte) Artikel zu dem Thema stehen in der Kategorie Fisch
- Haie schützen
- Methylquecksilber auf dem Teller
- Shark-Guardian-Award für Quecksilbergegner
- eBay und Sushi
- Von der Kohle auf den Tisch
- „Auf den Sondermüll oder ins Meer“
- Dorschpolitik
- „Die Verblödung schreitet voran“
- Oceana: Five down, four to go
- 50 Jahre Minamata-Krankheit
- Kontrolleure: Fisch oft belastet
- Schwertfischverbot
- Unbelasteter Thunfisch?
- OSPAR wird 15
- Emissionen senken loht sich
- Kraniche: Aussterben durch Quecksilber
- Japanische Politiker verurteilen Verzehr von Delfinfleisch
- Österreicher im Eis untersuchen Quecksilber in Fischen
- Fischverbot im Elsass





del.icio.us

15. Mai 2008 um 15:26 |
[...] Fisch [...]
26. August 2008 um 2:57 |
Unbestritten sollte die Quecksilberbelastung der Meere reduziert werden. Aber: hat man je von einem oder gar mehreren deutschen Menschen gelesen, die durch Quecksilber aus Fisch erkrankt wären? (Es gab vor vielen Jahren Erkrankungen in Minamata in Japan.) Wenn ja, dann wäre ich sehr an der Diagnostik und den Symptomen der chronischen Quecksilbervergiftung dieser Patienten interessiert. Dieses Problem wird, im Verhältnis zur Quecksilbervergiftung durch Amalgam, maßlos übertrieben. Auch die WHO hat festgestellt, dass die Quecksilberaufnahme aus Amalgam (von Amalgamträgern) um ein Vielfaches höher ist als aus der Nahrung einschl. Fisch. Hinzu kommt, dass Fische auch das vor Quecksilber schützende Selen enthalten.
26. August 2008 um 12:09 |
Hallo Herr Lauer,
in Minamata gab es nicht nur „Erkrankungen“, sondern etwa 3000 Tote und 17.000 schwer geschädigte Menschen! Chronische Quecksilbervergiftung wird seitdem auch „Minamata Krankheit“ (und nicht Amalgam-Krankheit!) genannt. Weitere Todesfälle gibt es noch heute bei Goldwäschern am Amazonas und in anderen Regionen, in denen Gold mit Quecksilber gewaschen wird und die Menschen sich von Fisch aus dem selben Fluss ernähren. Auch in Deutschland trägt Fischverzehr zur Quecksilberbelastung der Bevölkerung bei, auch wenn wohl niemand daran stirbt. Fisch enthält organisches Methylquecksilber, das besonders schädlich ist, ins Gehirn gelangt und den Fötus im Mutterleib schädigt.
Ich finde es wirklich ärgerlich, dass Sie solche Problem relativieren. Meinen Sie wirklich, dass Amalgam-Geschädigten damit geholfen ist die gesundheitlichen Auswirkungen von Quecksilber klein zu reden? Wie Sie wissen sind die Symptome einer Hg-Vergiftung vielfältig. Im Umweltsurvey (http://www.umweltdaten.de/publikationen/fpdf-l/2922.pdf) können Sie es gerne noch einmal nachlesen.
Viele Grüße,
Florian Noto
24. Januar 2009 um 12:36 |
[...] [2] Belastung von Fisch mit Quecksilber [...]