Michael Jackson ist tot. Endlich möchte man sagen, denn die letzten Jahre waren alles andere als glücklich für den King of Pop: das schönheitsoperierte Gesicht zerfallen, Gerichtsverfahren wegen Pädophilie in der Öffentlichkeit ausgetragen, musikalisch war nichts neues zu erwarten. Jackson glich auf tragische Weise dem King of Rock, Elvis, dessen hüftschwingende Jugend von einem aufgequollenem, medikamentenabhängigen Alter überschattet wird. Wie glücklich erscheinen dagegen Kurt Cobain, Janis Joplin, Jimi Hendrix, Jim Morrison und andere Mitglieder des Klub 27.
Doch in diesem Blog geht es nicht um Musik. Ihr ahnt wahrscheinlich schon was kommt. Die FAZ hat einen Nachruf auf Michael Jackson gedruckt, in dem steht:
Der große Filmregisseur Martin Scorsese, den Jackson für sein Video „Bad“ engagierte, erinnerte sich, wie beeindruckt er von Jacksons Meisterschaft des Tanzes und seiner Musik war: „Jeder seiner Schritte war absolut präzise und zugleich flüssig. Es war, als sähe man Quecksilber in Bewegung.“
Quecksilber ist mehr als ein schnödes Element mit der Ordnungszahl 80. Das flüssige Metall umgibt in mancher Hinsicht eine gradezu mystische Aura. Es wird für vielerlei Sinnbilder verwendet, häufig dann, wenn ein Vergleich besonders literarisch sein soll. Der Nachrichtensender CNN hat Iggy Pop gefragt, was er von der Stadt Miami / Florida hält und ob Ähnlichkeiten bestünden. Iggy antwortet:
Miami ist absolut nicht wie ich. Deshalb muss ich auch hier sein – sie ist genau das Gegenteil. Ich bin sehr praktisch wobei dieser Ort launisch ist. Ich bin vom Wesen her eher stur, wobei es hier einen gewissen Feinsinn gibt. Ausserdem bin ich in einer Art materialistisch wo Miami absolut spirituell ist – die Stadt hat etwas von Quecksilber.
Wie verschüttetes Quecksilber, in ständigem Fluss und verführerisch irisierend, funkelt der Farbauftrag in Hanspeter Hofmanns neusten Werken.
Tatsächlich sehen die Bilder wie Quecksilber aus. Die Ankündigung der Ausstellung (in Zürich in der Schweiz), verrät auch, welche Technik der Künstler verwendet und was ihn bewegt:
Perlmuttfarben erzeugen einen raffinierten Changeant-Effekt, der je nach Standort und Lichteinfall zwischen warmen Rosa- und kühlen Blautönen wechselt – für einmal ist nicht nur geistige, sondern auch körperliche Beweglichkeit vor den Bildern gefragt [...]
Und immer wieder verweisen aufgeklebte Zeitungsartikel, etwa über ein künstliches Rattenherz, auf Hofmanns Wurzeln: die Biotech- und Chemieforschung, in der er einst tätig war.
Quecksilber ist mehr als ein schnödes Element mit der Ordnungszahl 80. Das flüssige Metall umgibt in mancher Hinsicht eine gradezu mystische Aura. Es wird für vielerlei Sinnbilder verwendet, häufig dann, wenn ein Vergleich besonders literarisch sein soll.
Die SZ-Online – nein, nicht die Süddeutsche sondern die Sächsische Zeitung – berichtet in dem Protokoll einer Menschenverbrennung über ausländerfeindliche Pogrome in Südafrika.
Die Gewalt in Südafrika beginnt am 11. Mai, im Township Alexandra. Ein Mob attackiert afrikanische Ausländer, mindestens zwei Menschen sterben. [...]
Rasende Männer, bewaffnet mit Macheten, Stöcken und Steinen. Der Mob wütet, bis ihn die Polizisten mit ihren Gummigeschossen auseinander sprengen. Dann hüpfen die Schläger über die Zäune oder flüchten zwischen die Häuser. „Es ist schwer, den Mob zu kontrollieren“, sagt Inspektorin Sasa Lengene. „Du sprengst ihn auseinander, aber Minuten später rottet er sich woanders wieder zusammen.“ Wie eine Kugel Quecksilber aus einem zerschlagenen Fieberthermometer. Sie ist nicht zu fassen. Tippt man sie an, zerspringt sie in viele Tröpfchen, die in alle Richtungen rollen.
Quecksilber ist mehr als ein schnödes Element mit der Ordnungszahl 80. Das flüssige Metall umgibt in mancher Hinsicht eine gradezu mystische Aura. Es wird für vielerlei Sinnbilder verwendet, häufig dann, wenn ein Vergleich besonders literarisch sein soll. Baden Online berichtet metapherreich über das Gutacher Jugend-Akkordeonorchester:
Victor Allmendinger, mit Pelzmütze auf dem Kopf und Quecksilber in den Fingern, leitete mit atemberaubenden Läufen solistisch über zur »Russischen Fantasie«.
Hach, so ein musikalischer Abend in der Provinz muss doch toll sein … In Akkordeons ist meines Wissens übrigens kein Quecksilber enthalten.
Quecksilber ist mehr als ein schnödes Element mit der Ordnungszahl 80. Das flüssige Metall umgibt in mancher Hinsicht eine gradezu mystische Aura. Es wird für vielerlei Sinnbilder verwendet, häufig dann, wenn ein Vergleich besonders literarisch sein soll. Pressetext Schweiz berichtet darüber, dass der Klimawandel indigene Völker (Ureinwohner) am stärksten trifft. Sie zitieren einen Wissenschaftler mit den Worten:
„Tatsächlich sehen sich auch die indigenen Völker selbst als das Quecksilber im Klimawandel-Barometer“
Aber Quecksilber-Barometer sind ja glücklicherweise in Zukunft verboten – ein kleiner Beitrag für die Reduzierung der globalen Quecksilber-Belastung und der Gesundheit (nicht nur) der indigenen Völker.
„Schnee zu Ostern“ war nicht nur verwirrende Realität der letzten Tage, sondern ist auch ein Titel eines 80er-Jahre Politsongs. Cochise haben es nie zu großem kommerziellen Erfolg geschafft – oder anders herum – sie haben es geschafft, sich nicht kommerziell ausnutzen zu lassen, währen Lieder von Ton Steine Scherben oder Rio Reiser noch heute als Werbemelodien gedudelt werden. Viele Texte von Cochise handeln von ökologischen Themen, so auch „Schnee zu Ostern“ vom 1984er Album „Die Erde war nicht immer so“. Ein Video oder mp3 habe ich leider nicht gefunden, nur den Text:
Der erste Tag dieser Reise
führte mich in die Vergangenheit
mit Bildern und Schildern
und toten Gesichtern
Zeichen der Vergessenheit
Der Sturm war kalt und der Regen nervte
ich warf einen letzten Blick
in die Runde einer längst vergangenen Zeit
Ich wußte, ich komm nie mehr zurück
Am zweiten Tag wars wies immer war
mit Dreck und Beton und Abgasen
Meine neue Heimat auf der Autobahn
kein Blick zurück und nur rasen
Die unendliche Schnur durch ein sterbendes Land
das emsig sein eigenes Grab aushebt
Über tote Flüsse und durch tote Wälder
wo der Modergeruch längst herweht
Schnee zu Ostern, Schnee zu Ostern
Panzer rollen durch ein Dorf
Kinder am Straßenrand winken
Häuser scheinen zu erzittern
Schnee zu Ostern, Schnee zu Ostern
Der dritte Tag führte ins Reservat
wo man glaubt, dass die Welt noch heil ist
wir schweben übers Wasser und leben den Traum
der Idylle, die längst nicht mehr da ist
Bussarde kreisen zwischen Bäumen und Himmel
ein Reiher steht einsam und wartet
wir atmen leicht im Rhythmus der Zeit
eine Ewigkeit, bis er dann startet.
Am vierten Tag
zur Startbahnmauer aus Beton
mit Steinen der Ohnmacht in den Händen
Ein verwüsteter Wald, ein zerrissenes Land,
mit Steckbrief und Parolen an den Wänden
Die Sonne schien heiß
und die Augen verbrannten
die Luft viel zu schwer von dem Giftgas
ein ätzender Nebel auf unserm Rückweg
weit weg fielen wir müde ins Gras
Schnee zu Ostern, Schnee zu Ostern
Wasserwerfer hinter der Mauer
Kinder heulen vom Tränengas
Bäume scheinen zu erzittern
Schnee zu Ostern, Schnee zu Ostern
Bei Youtube habe ich aber das Lied „Rauchzeichen“ gefunden, einen anderen 80er Öko-Hit von Cochise. Ich weiß, modern ist was anderes, das haut heute wahrscheinlich nur noch wenige Leute vom Hocker. Es ist halt ein Zeitdokument, bittesehr:
„Rot ist die auffälligste Farbe, die entwicklungsgeschichtlich schon sehr früh mit symbolischer Bedeutung und damit im archaischen Denken mit magischen Vorstellungen verknüpft wird. Die komplizierte Herstellung des roten Pigments Zinnoberrot (Quecksilbersulfid) aus Quecksilber und Schwefel war nicht nur den Künstlern vertraut, sondern stellte auch für die Alchimisten eine bedeutende rituelle Handlung dar. Rot ist in unserer Kultur und Wahrnehmung die Farbe des Lebens, der Freude, der Leidenschaft und der Liebe, aber ebenso der Aggression und damit verbunden der absoluten Demonstration von Macht. Die traditionelle europäische Malerei nutzt diese signifikante Vielschichtigkeit der Symbolik der Farbe Rot, die bereits in der Interpretation im klassischen Farbenkanon hin und her schwankt zwischen der Reduktion auf sinnlichen Reiz und reinen Dekor einerseits sowie komplexer ikonographischer Inhalte andererseits [...] In der Ausstellung werden barocke Gemälde Werken der Gegenwartskunst gegenübergestellt.“
Quecksilber ist mehr als ein schnödes Element mit der Ordnungszahl 80. Das flüssige Metall umgibt in mancher Hinsicht eine gradezu mystische Aura. Es wird für vielerlei Sinnbilder verwendet, häufig dann, wenn ein Vergleich besonders literarisch sein soll. Limited macht sich Gedanke zu Wechselwählern, die bei jeder Wahl ihr Kreuzchen woanders machen:
[...] Dies entspricht dem Trend, dass es immer weniger Stammwähler gibt und immer mehr Wechselwähler und Spätwähler, die mit ihrer Wahlentscheidung bis in die Wahlkabine warten. [...] Den Strategen in den Wahlkampfzentralen wird der Wähler wie Quecksilber vorkommen. Nichts zu fassen und ständig die Richtung wechselnd.
Quecksilber ist mehr als ein schnödes Element mit der Ordnungszahl 80. Das flüssige Metall umgibt in mancher Hinsicht eine gradezu mystische Aura. Es wird für vielerlei Sinnbilder verwendet, häufig dann, wenn ein Vergleich besonders literarisch sein soll.
Gerhard Richter ist einer der bedeutendsten deutschen Maler der Gegenwart. Zuletzt ist er in die Schlagzeilen geraten, als sein Bild „Düsenjäger“ im November für 11 Millionen US-Dollar versteigert wurde – was wohl der höchste Preis für ein Kunstwerk eines lebenden deutschen Künstlers ist, der je gezahlt wurde. Erfrischenderweise meint der 74-jährige selber, dass es bei diesem Hype „nur noch ums Geld, nicht mehr um die Kunst als solche“ gehe. Jetzt werden 60 Bilder von Richter im Museum Frieder Burda in Baden-Baden ausgestellt. Die Kölnische Rundschau berichtet über die Zusammenstellung, die Richter selbst ausgewählt hat:
Es regiert die bunte Mischung. Sein Werk wird nur zusammengehalten von Richters forschender und experimentierender Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit. „Der Versuch, Gerhard Richters Werk in den Griff zu bekommen, gleicht dem Bemühen, aus einem zerbrochenen Becher ausgelaufenes Quecksilber einzufangen“, meint etwa US-Kritiker Robert Storr. Mit seinen bekannten Unschärfebildern – wie der berühmte Akt „Ema“ (1966) – sucht Richter die Realität vor allem in Fotografien und ihrem präzisen und täuschenden Übertrag auf die Leinwand.