Deutscher Naturschutzring fordert weniger Quecksilber in Energiesparlampen

27. Oktober 2009

Der Deutsche Naturschutzring (DNR) hat heute in Berlin die Bundesregierung aufgefordert, sich in der EU für niedrigere Quecksilber-Grenzwerte in Energiesparlampen und Leuchtröhren einzusetzen. Dies sei für einen massenhaften Einsatz der Energiesparlampen wichtig, die in geringem Umfang Quecksilber enthalten.

„Der bisherige Grenzwert von 5 Milligramm Quecksilber pro Energiesparlampe muss mindestens halbiert werden“, forderte DNR-Generalsekretär Dr. Helmut Röscheisen. Viele Hersteller kämen bereits mit weniger als 2 Milligramm pro Lampe aus. Dieser Wert solle verbindlich für Energiesparlampen bis 25 Watt festgelegt werden. „Die Bundesregierung muss sich bei der EU für die Einhaltung des technisch Möglichen einsetzen“, sagte Röscheisen.

Der DNR verwies darauf, dass die große Anzahl falsch entsorgter Lampen eine Belastung für die Umwelt darstelle. Ausgediente Energiesparlampen und -röhren müssen bei einer Recyclingstelle oder einem Händler abgegeben werden. Nach offiziellen Daten der EU kämen europaweit jährlich bis zu 15 Tonnen Quecksilber für die Beleuchtung zum Einsatz, die Hälfte davon in Energiesparlampen und Leuchtröhren. Etwa 90 Prozent der Energiesparlampen aus Privat-haushalten würden falsch entsorgt. Durch die Absenkung des Grenzwertes von 5 auf 2 Milligramm würde die Umwelt um einige Tonnen Quecksilber entlastet.

Die größte Menge Quecksilber gelangt in Deutschland durch Kohle-verbrennung in die Umwelt. Wird der Anfall von Quecksilber bei der Energieerzeugung auf den Stromverbrauch einer bisherigen 100Watt-Glühbirne umgerechnet, fallen in einem Jahr etwa ein Milligramm Quecksilber an. Bei einem niedrigeren Grenzwert von Quecksilber in Energiesparlampen und der richtigen Entsorgung sei die Quecksilberbelastung dort deutlich geringer.

In unbeschädigten Energiesparlampen ist das Quecksilber fest eingeschlossen und stellt keine Gesundheitsgefahr dar. Zudem befänden sich in alten Fieberthermometern einige hundert Mal so viel Quecksilber wie in einer Lampe. Für den Einzelnen besteht auch durch zerbrochene Energiesparlampen keine akute Gefahr, sofern die Scherben sofort gründlich beseitigt werden. Hierfür sollte man keinen Staubsauger, sondern sondern einen Handfeger verwenden und sehr gut lüften.

Zero Mercury: NGO’s Comments on the classification of CFLs and their mercury content (PDF)


Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin

1. September 2009

… am nächsten Samstag (5. September) zur grooooßen Anti-Atom-Demo. Aus über 100 Städten in ganz Deutschland kommen Busse und Sonderzüge. Aus dem Wendland (Gorleben) ist schon am letzten Samstag ein Treck von Traktoren und Fahrrädern gestartet. Greenpeace und contrAtom bloggen täglich vom Treck, mit vielen Fotos.

Start der Demo am Samstag ist um 13 Uhr am Hauptbahnhof.


Unsere Zukunft – atomwaffenfrei!

29. August 2008

Weiß eigentlich jemand, dass in Deutschland noch Atomwaffen lagern? Atomwaffen! Die gruseligste Erfindung der Menschheit. Bomben mit denen 100.000 Menschen auf einen Schlag getötet werden können. Am Samstag gibt es in Büchel (Rheinland-Pfalz) eine Großdemo gegen die verbliebenen amerikanischen weapons of mass destruction, die noch hier lagern. Es wird Zeit, dass sie endlich aus Deutschland, Europa, und der ganzen Welt verschwinden. Infos unter www.atomwaffenfrei.de.


Wenn Klimaschutz weh tut

25. August 2008

Heute beim Klimacamp:

Na gut, man kann wohl davon ausgehen, dass die Demonstranten geahnt haben, was ihnen blüht und zumindest bereit waren sich z.B. wegtragen zu lassen. Aber dabei blieb es nicht, wie der NDR schon andeutet. Die Bilder eines Journalistes von graswurzel.tv auf Seiten der Demonstrationsteilnehmer sehen noch brutaler aus. Er wurde selber von vermummten Polizisten angegriffen.


Klima schützen – Quecksilber stoppen!

27. Juli 2008

In letzter Zeit komme ich nicht mehr regelmäßig dazu, die Diskussion um neue Kohlekraftwerke hier intensiv zu kommentieren. Mittlerweile dürfte meine Message aber wohl angekommen sein: Kohlekraftwerke sind, in Deutschland und weltweit, die größte Quelle von Quecksilber. Der (notwendige!) Klimaschutz hat nun den positiven Nebeneffekt, dass der Neubau von Kohlekraftwerken in Deutschland nicht mehr einfach so hingenommen wird, sondern an fast jedem geplanten Standort Bürgerinitiativen und Umweltverbände die Pläne der Energiekonzerne kritisch hinterfragen. In den nächsten Monaten sind gleich drei Demonstrationen an Kohlekraftwerken geplant, zu denen bundesweit mobilisiert wird:

Vom 15. bis 24. August findet in Hamburg das Klimacamp statt. Am 23. August in Hamburg wollen einige TeilnehmerInnen des Camps die Baustelle des Kraftwerks Moorburg besetzen.

Am 13. September plant die Klima-Allianz (ein Bündnis von 100 Umwelt-, Sozial- und kirchlichen Gruppen) gleich zwei Demos. Am Kraftwerk Jänschwalde bei Cottbus in Brandenburg und am Kraftwerke Staudinger bei Hanau in Hessen.


Die größte Goldmine der Welt

29. Mai 2008

Die Deutsche Bank lädt zur Jahreshauptversammlung und die Kritiker des Kreditinstituts kommen gerne. „Moral und Markt sind kein Gegensatz“, verkündet der Vorstandschef Josef Ackermann in einer Pressemitteilung und unterzeichnet reihenweise ökologische und soziale Erklärungen. So viel öffentlich verkündete Wohltaten machen stutzig. urgewald und die kritischen Aktionäre haben einige Missetaten des Konzerns in einem Bericht zusammengefasst. Und natürlich – wer hat es geahnt? – geht es darin auch um Quecksilber. Michael Schulze von Glaßer schreibt in der jungen Welt:

Das Bergbauunternehmen Freeport McMoRan betreibt im indonesischen Regenwald die Grasbergmine, die größte Gold- und drittgrößte Kupfermine weltweit. Der immense Abraum beinhalte giftige Schwermetalle wie Arsen, Kadmium und Quecksilber. Die ganze Landschaft um die Mine sei chemisch verseucht. Seit Juli 2006 sei die Deutsche Bank als Teil eines internationalen Bankenkonsortiums an der Finanzierung von Freeport McMoRan beteiligt. Das Fazit der »urgewald«-Aktivistin Heffa Schücking ist eindeutig: »Jeder muß sich fragen, ob er Kunde einer Bank sein will, die dreckige Deals in aller Welt finanziert.«


Neues aus dem Kohleland

31. März 2008

Was gibt’s neues im Lande der x-und-zwanzig neuen Kohlekraftwerke? Es wird Zeit, dass ich mal wieder ein Update schreibe:


Schnee zu Ostern

26. März 2008

„Schnee zu Ostern“ war nicht nur verwirrende Realität der letzten Tage, sondern ist auch ein Titel eines 80er-Jahre Politsongs. Cochise haben es nie zu großem kommerziellen Erfolg geschafft – oder anders herum – sie haben es geschafft, sich nicht kommerziell ausnutzen zu lassen, währen Lieder von Ton Steine Scherben oder Rio Reiser noch heute als Werbemelodien gedudelt werden. Viele Texte von Cochise handeln von ökologischen Themen, so auch „Schnee zu Ostern“ vom 1984er Album „Die Erde war nicht immer so“. Ein Video oder mp3 habe ich leider nicht gefunden, nur den Text:

Der erste Tag dieser Reise
führte mich in die Vergangenheit
mit Bildern und Schildern
und toten Gesichtern
Zeichen der Vergessenheit
Der Sturm war kalt und der Regen nervte
ich warf einen letzten Blick
in die Runde einer längst vergangenen Zeit
Ich wußte, ich komm nie mehr zurück

Am zweiten Tag wars wies immer war
mit Dreck und Beton und Abgasen
Meine neue Heimat auf der Autobahn
kein Blick zurück und nur rasen
Die unendliche Schnur durch ein sterbendes Land
das emsig sein eigenes Grab aushebt
Über tote Flüsse und durch tote Wälder
wo der Modergeruch längst herweht

Schnee zu Ostern, Schnee zu Ostern
Panzer rollen durch ein Dorf
Kinder am Straßenrand winken
Häuser scheinen zu erzittern
Schnee zu Ostern, Schnee zu Ostern

Der dritte Tag führte ins Reservat
wo man glaubt, dass die Welt noch heil ist
wir schweben übers Wasser und leben den Traum
der Idylle, die längst nicht mehr da ist
Bussarde kreisen zwischen Bäumen und Himmel
ein Reiher steht einsam und wartet
wir atmen leicht im Rhythmus der Zeit
eine Ewigkeit, bis er dann startet.

Am vierten Tag
zur Startbahnmauer aus Beton
mit Steinen der Ohnmacht in den Händen
Ein verwüsteter Wald, ein zerrissenes Land,
mit Steckbrief und Parolen an den Wänden
Die Sonne schien heiß
und die Augen verbrannten
die Luft viel zu schwer von dem Giftgas
ein ätzender Nebel auf unserm Rückweg
weit weg fielen wir müde ins Gras

Schnee zu Ostern, Schnee zu Ostern
Wasserwerfer hinter der Mauer
Kinder heulen vom Tränengas
Bäume scheinen zu erzittern
Schnee zu Ostern, Schnee zu Ostern

Bei Youtube habe ich aber das Lied „Rauchzeichen“ gefunden, einen anderen 80er Öko-Hit von Cochise. Ich weiß, modern ist was anderes, das haut heute wahrscheinlich nur noch wenige Leute vom Hocker. Es ist halt ein Zeitdokument, bittesehr:


Grüne erinnern – Moorburg stoppen

17. März 2008

Moorburg stoppen - BUNDDer BUND will die Grünen in Hamburg daran erinnern, bei den anstehenden Koalitionsgesprächen mit der CDU darauf zu bestehen, dass das Kohlekraftwerk Moorburg nicht gebaut werden darf. Wer Aufruf „Erinnern Sie die Grünen: Wort halten – Kohlekraftwerk stoppen!“ unterstützen will, kann von der Internetseite des BUND eine E-Mail an die Grüne Spitzenkandidatin Christa Goetsch schicken.

Ich habe neulich beim Infotelefon von Vattenfall angerufen, um mich nach den beantragten Quecksilber-Emissionswerten zu erkundigen. Die hörten sich wirklich nicht übermäßig glücklich an.


Wer baut da eigentlich?

25. Februar 2008

Dass das Kraftwerk in Lubmin (Meck-Pomm) von einem dänischen Staatskonzern gebaut werden soll, hat in unserem Nachbarland schon für innenpolitischen Streit gesorgt. Dort ist der Neubau von Kohlekraftwerken nämlich verboten. Das hindert DONG Energy nicht daran, jetzt auch noch zusätzliche Pläne für ein Kraftwerk in Emden vorzulegen.

Ähnlich wie DONG geht es dem halbstaatlichen Unternehmen BKW Energie AG aus der Schweiz. Sie wollen sich an dem Electrabel-Kraftwerk in Wilhelmshaven mit 435 Mio. Euro beteiligen (Electrabel ist übrigens ein belgisches Unternehmen) und in Dörpen und Nordenham eigene Kohlekraftwerke bauen. In Bern sorgt dies jetzt für Ärger. Hier regiert ein rot-grünes Bündnis, dass sich gegen Atom- und Kohlekraft einsetzt. Ein sozialdemokratisches Regierungsmitglied meinte gegenüber der Zeitung Beobachter: „Die BKW-Führung tanzt dem Kanton Bern auf der Nase herum und verhöhnt mit den Plänen für Kohlekraftwerke die Regierung.