26. November 2008
Teil 3 der Quecksilber-Publikation. Wie immer: haben wollen = Kommentar hinterlassen.
Glänzende Geschäfte
Der Goldabbau in Guyana hat verheerende Folgen für die indigene Bevölkerung
Das FoodFirst Informations- und Aktionsnetzwerk (FIAN) setzt sich in erster Linie für das Menschenrecht auf Nahrung und Wasser ein. Der Goldabbau ist in vielen Ländern eine maßgebliche Ursache für verschmutzte Gewässer und Böden. 2004 hat sich FIAN der internationalen Kampagne „No Dirty Gold“ angeschlossen. Für eine sozial- und umweltverträgliche Gewinnung von Gold setzt sich VERENA ALBERT von FIAN-DEUTSCHLAND ein.
Artikel als PDF lesen: Verena Albert: Goldabbau in Guyana
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Gold, In eigener Sache, Lateinamerika |
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Verfasst von Florian
2. Juni 2008
In Thüringen gibt es das einzige Goldmuseum in Deutschland. Der Eintritt kostet 2 Euro oder 0,2 Gramm Gold. Die Chancen Gold zu finden sind wohl gar nicht schlecht, im Thüringisch-Fränkischen Gebirge, Lausitzer Bergland, Vogtland und Mittelsachsen gibt es wohl über 500 Bäche, die Gold führen – und jedes Jahr werden neue entdeckt. Wen der Goldrausch packt kann sich im Museum Spezialausrüstungen für Goldgräber leihen oder kaufen: Schaufeln, Waschpfannen, Siebe und Fachliteratur. Das Museum wird als Museum der Woche im Deutschlandradio Kultur vorgestellt. Auf den großen Reichtum darf man wohl nicht hoffen:
Der Traum von den großen Nuggets von hundert Gramm und mehr erfüllte sich schon zu mittelalterlichen Zeiten äußerst selten. Goldgewinnung hat sich über die Jahrhunderte im Prinzip kaum geändert. Bergleute haben das goldhaltige Gestein heraus geschlagen, in sogenannten Pochwerken zerkleinert und dann entweder nur mit Wasser durchgewaschen, so wie das die Goldwäscher auch machen, oder auch teilweise mit Quecksilber vermischt. Das Quecksilber nimmt dann das Gold auf, dabei entsteht Amalgam, das Amalgam wird erhitzt, Quecksilber verdampft und übrig bleibt das Gold.
Ich hoffe mal, dass heute kein Quecksilber mehr eingesetzt wird, das ist in Europa streng verboten. Ansonsten wünsche ich allen Goldsuchern: Glück auf! Aurora! Gut Gold!
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Deutschland, Gold, Medien |
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Verfasst von Florian
29. Mai 2008
Die Deutsche Bank lädt zur Jahreshauptversammlung und die Kritiker des Kreditinstituts kommen gerne. „Moral und Markt sind kein Gegensatz“, verkündet der Vorstandschef Josef Ackermann in einer Pressemitteilung und unterzeichnet reihenweise ökologische und soziale Erklärungen. So viel öffentlich verkündete Wohltaten machen stutzig. urgewald und die kritischen Aktionäre haben einige Missetaten des Konzerns in einem Bericht zusammengefasst. Und natürlich – wer hat es geahnt? – geht es darin auch um Quecksilber. Michael Schulze von Glaßer schreibt in der jungen Welt:
Das Bergbauunternehmen Freeport McMoRan betreibt im indonesischen Regenwald die Grasbergmine, die größte Gold- und drittgrößte Kupfermine weltweit. Der immense Abraum beinhalte giftige Schwermetalle wie Arsen, Kadmium und Quecksilber. Die ganze Landschaft um die Mine sei chemisch verseucht. Seit Juli 2006 sei die Deutsche Bank als Teil eines internationalen Bankenkonsortiums an der Finanzierung von Freeport McMoRan beteiligt. Das Fazit der »urgewald«-Aktivistin Heffa Schücking ist eindeutig: »Jeder muß sich fragen, ob er Kunde einer Bank sein will, die dreckige Deals in aller Welt finanziert.«
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Asien, Deutschland, Gold, Protest |
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Verfasst von Florian
2. April 2008
Der Madre de Dios ist ein großer Fluss in Peru, nach dem sogar eine Region benannt ist. Er fließt in den Río Beni und dieser in den Rio Madeira, einem der wichtigsten Zuläufe des Amazonas. Der Amazonas bringt gigantische Mengen Wasser in den Atlantischen Ozean, mehr als jeder andere Fluss auf der Welt. Doch das Wasser des Amazonas ist vergiftet. In seinen Zuläufen wird mit archaischen Methoden Gold gewonnen. Schatzsucher leiten jedes Jahr hunderte Tonnen Quecksilber in den Amazonas, um mit dem flüssigen Metall Gold zu binden. Vom Madre de Dios, über den Beni, den Madeira und den Amazonas landet es im Ozean. Es wird von Mikrobakterien in organisches, sogenanntes Methylquecksilber umgewandelt. Über die Nahrungskette reichert es sich im Fisch an und landet am Ende auch in Europa auf dem Teller.
Die katastrophalen Auswirkung der handwerklichen Goldgewinnung mit Quecksilber sind seit langem bekannt. Aus Europa ist der Verkauf von Quecksilber eigentlich nur noch erlaubt, wenn es für einen „legitimen Zweck“ verwendet wird. Ein befreundeter Wissenschaftler hat mir ein Foto aus einem Laden für Goldwäscher am Madre de Dios in Peru geschickt, das belegt, dass weiterhin Gold aus Europa für die Goldwäsche eingesetzt wird.

In Almaden in Spanien befinden sich die wichtigsten Quecksilberminen der Welt. Diese sind mittlerweile stillgelegt, aber das leitende Unternehmen Mayasa (Minas de Almadén Y Arrayanes) verkauft aber weiterhin überschüssiges Quecksilber aus Chlorwerken in ganz Europa auf den Weltmarkt – für einen „legitimen Zweck“. „Mercurio Metalico 99,99%“ heißt, dass es hochreines Quecksilber ist und „Espana“ ist Spanien. Wenn die Goldwäscher nicht fürchterlich schlechte Zähne haben und mit dem Zeug die Löcher stopfen wollen (was schlimm genug wäre), landet das spanische Quecksilber demnächst im Madre de Dios.
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Gold, Lateinamerika, Politik in Europa |
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Verfasst von Florian
17. Januar 2008
Die skurrilsten Entdeckungen machen meist britische Forscher. Diese Meldung kommt aber aus Schweden. Eine „sehr kleine Gruppe“ schwedischer Männer ist für den Löwenanteil an den Treibhausgasen des Landes verantwortlich. Dies geht aus einem 90-seitigen Bericht hervor, den das Außenministerium veröffentlicht hat. Die Studie über „Gender Equality as a Prerequisite for Sustainable Development“ besagt, dass Frauen in Schweden und weltweit im Durchschnitt einen umweltverträglicheren Lebenstil führen als Männer, einen kleineren „ökologischen Fußabdruck“ haben und in geringerem Maße zum Klimawandel beitragen.
Die Studie sieht auf den ersten Blick ganz ordentlich aus. Verhaltensweisen wie „dickes Auto fahren“, „richtig Gas geben“ und „ordentlich Fleisch aufm Teller“ sind der Umwelt nicht grade zuträglich und bei einigen Männern vermutlich weiter verbreitet als bei Frauen. Andererseits gilt „shoppen gehen“ als eher weibliches Freizeitvergnüngen und ist in den meisten Fällen auch keine Verbesserung für die Umwelt.
Das Ergebnis ist jedenfalls: reiche Männer und reiche Frauen (dazu zählt global gesehen fast jedeR in der EU), müssen ihre Umweltauswirkungen reduzieren. Arme Männer und Frauen (mehrheitlich aus Asien, Afrika und Lateinamerika) dürfen sie noch etwas vergrößern.
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Forschung, Gold, Klima, Skurril, Umwelt |
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Verfasst von Florian
7. Januar 2008
Auf der Suche nach Neuigkeiten über Quecksilber in Blogs und Medien stoße ich immer wieder auf die gleichen Berichte. Am häufigsten geht es ums Wetter, wenn „das Quecksilber“ fällt oder steigt, öfters um Zahnarztbesuche oder Energiesparlampen. Das meiste davon ist nicht weiter erwähnenswert. Spannend sind dagegen manchmal private Reiseberichte, wenn jemand im Urlaub eine Goldmine besucht hat. Gold verbindet sich sehr leicht mit Quecksilber und lässt sich einfach wieder lösen, indem man es erhitzt. Das Quecksilber verdampft und zurück bleibt das reine Edelmetall. Christina & Oliver haben dieses Verfahren in Peru kennen gelernt:
Hier wird noch wie bei uns im Mittelalter der Stein im Stollen gehauen, getragen, gemahlen und am Schluss das Gold mit Quecksilber gebunden. Fast wie vor 2000 Jahren.
Manuela & Sid haben die Folgen in Venezuela gesehen:
Die Goldmine war ein erbärmlichen Anblick nicht vergessen zu erwähnen von den gesundheitlichen Gefahren diese armen Männer erdulden müssen, dieser Bereich ist von Quecksilber kontaminiert.
In Ecuador sieht es auch nicht besser aus, weswegen Michi & Stefan meinen: „Fuer mich gibt es nur noch Recyclegold…“. Die Neue Osnabrücker Zeitung hat an Silvester ein Interview mit dem Schamanen eines Amazonas-Volkes gedruckt. Die Sprache hört sich klischeehaft wie aus einem Karl May-Roman an, aber die Inhalte sind sehr interessant. Die Yanomami haben Umweltprobleme durch „den weißen Mann“. Goldgräber haben die Flüsse mit Quecksilber vergiftet. Kathrin berichtet über eine „Todesmine“ in Peru, wo Quecksilber gewonnen wurde:
Sie wurde von den Spaniern bereits 1563 gebaut, da man in den Bergen hier Quecksilber entdeckt hatte, was fuer die Gold- und Silbergewinnung in andern Teilen Perus sehr wichtig war. Leider ist Quecksilber hochgiftig, und die Minenarbeiter starben weg wie die Fliegen- im Jahr 1764 waren es ueber 200 in einem Jahr, eine der hoechsten Todesraten in suedamerikanischen Minen. Die Spanier zwangen die einheimische, indianische Bevoelkerung in die Minen, mussten aber irgendwann kapitulieren, als kaum mehr Maenner verfuegbar waren.
Im Wilden Westen und in Australien wurden schon früher Anlagen verwendet, die zumindest einen Teil des giftigen Quecksilbers zurück hielten, anstatt alles in die Umwelt entweichen zu lassen. Und am Rhein wird Gold heute ganz ohne Chemikalien rein mechanisch gewonnen.
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Global, Gold, Lateinamerika |
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Verfasst von Florian
19. November 2007
Wer eine Reise macht, der kann was erleben. „Michi & Stefan“ reisen ein Jahr lang durch Ecuador und haben erlebt, wie dort Gold gewonnen wird:
Der Blick ueber das Tal und die umliegenden Berge war wunderschoen. Umso staerker der Kontrast zu den kargen Holzhuetten, die sich windschief an den Hang pressen und deren Aufgabe es zu sein scheint vom Muell und Dreck in den Strasse und im Flusslauf abzulenken. Dabei kann man gar nicht von einem Flusslauf sprechen, da dieser von tausenden Goldwaschanlagen in kleinste Rinnsale getrennt wird. Diese sollen moeglichst viel vom kostbaren Rohstoff herausholen. Dabei wird auch nicht vor der Anwendung von Zyanid und Quecksilber zur Bindung oder zum Fangen des Goldes zurueckgeschreckt. Diese verschmutzen dann die Fluesse und sorgen fuer ein [un]gesundes Leben! [...]
Viele Menschen, vor allem die Maenner, die hier arbeiteten, kamen bei Grubenunfaellen ums Leben oder verliessen diese nicht schnell genug waehrend einer Sprengung. Deshalb gibt es im Ort viele Verstuemmelte und Krueppel. Ein schon krasser Eindruck einer anderen Welt. Und fuer mich gibt es nur noch Recyclegold…
Der letzte Satz ist wohl der wichtigste – darauf achten, dass man „sauberes“ Gold verwendet.
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Gold, Lateinamerika |
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Verfasst von Florian