31. Juli 2009
Das mittelständische Chemieunternehmen Vinnolit betreibt zwei Chlor-Alkali-Werke, die bisher mit Quecksilber betrieben wurden. Jetzt ist die Umrüstung auf Membrantechnik abgeschlossen. Die Anlagen stehen in Gendorf (Bayern) und Hürth-Knapsack (NRW). Das Werk in Knapsack hatte ich 2007 besucht und Quecksilberwerte in der Umgebung gemessen, aber an diesem Tag keine Erhöhung festgestellt.
Die neue Membrantechnik kommt nicht nur völlig ohne Quecksilber aus, sondern spart auch noch viel Energie und gilt europaweit als „beste verfügbare Technik“. Die Chlorindustrie ist der größte Anwender von Quecksilber in Europa und hat den höchsten Energiebedarf der Chemiebranche. Jetzt gibt es noch sechs Chlor-Alkali-Werke mit Quecksilbertechnik in Deutschland. Diese gehören alle zu internationalen Konzernen: Akzo Nobel (2), Bayer, BASF, Evonik-Degussa und INEOS. Laut einem Abkommen zum Schutz der Nordsee sollen alle Anlagen bis 2010 ohne Quecksilber auskommen, doch die Konzerne wollen die komplette Umrüstung auf Membrantechnik erst 2020 abschließen.
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Verfasst von Florian
10. Februar 2009
Der Deutsche Naturschutzring (DNR) hat heute als Mitveröffentlicher der internationalen Studie „Mercury In Fish – A Global Health Hazard“ Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner aufgefordert, die Öffentlichkeit vor dem Verzehr von mit Quecksilber belasteten Raubfischen wie Schwertfisch, Hai und Thunfisch zu warnen. „Nur so können besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen wie Kinder oder Schwangere geschützt werden“, sagte DNR-Präsident Hubert Weinzierl.
Für die Studie wurden 26 Fischproben aus Deutschland und fünf weiteren EU-Staaten getestet. Auf den Philippinen wurden außerdem zehn und im indischen Bundesstaat Westbengalen 56 Produkte untersucht. Die Proben aus Deutschland stammen von Fischmärkten und Feinkostgeschäften in Berlin. Bei den Labortests wurden Überschreitungen der jeweiligen gesetzlichen Grenzwerte sowohl in der EU als auch auf den Philippinen und in Westbengalen festgestellt. In Deutschland wurde in einem Fall der Grenzwert gerade noch eingehalten.
Die Studie wurde im Vorfeld des Treffens von Umweltministern der Vereinten Nationen vom 16.-20. Februar in Nairobi (Kenia) veröffentlicht. Der Deutsche Naturschutzring und die globale Kampagne „Zero Mercury“ rufen die Vereinten Nationen auf, ein verbindliches Abkommen gegen Quecksilber zu beschließen und den Quecksilberausstoß an Land drastisch zu reduzieren.
Der Verzehr quecksilberhaltiger Fische kann zu Gesundheitsschäden führen. Quecksilber wird von Fischen über die Nahrungskette aufgenommen. Bereits im September 2008 hatte das Bundesinstitut für Risikobewertung schwangeren und stillenden Frauen empfohlen, den Verzehr von Thunfisch einzuschränken. „Diese gut gemeinten Warnungen erreichen bislang nicht die betroffenen Verbraucherinnen“, urteilt DNR-Präsident Weinzierl. Zudem müssten die Lebensmittelkontrollen verstärkt werden, damit belastete Ware gar nicht erst auf den Markt gelange.
Mercury In Fish – A Global Health Hazard (PDF, 12 MB)
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Verfasst von Florian
14. Oktober 2008

Lebensmittel Monitoring 2007
Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit überprüft in Stichproben, ob die zulässigen Grenzwerte für Pestizide, Schadstoffe, Umweltgifte und ähnliche unangenehme Zutaten in Lebensmitteln eingehalten werden. Es geht hier um ganz normale Lebensmittel die man im Supermarkt kaufen kann. Und es geht nicht um irgendwelche Geschmacksfragen, sondern um Giftstoffe, die in höherer Konzentration nachweislich die Gesundheit schädigen. Manche Grenzwerte haben sicher noch einen „Puffer“ und sind eher vorsichtig festgelegt, andere sind dafür bereits über dem medizinisch verträglichen – einfach weil es keine unbelastete Ware gibt. Überhaupt nicht berücksichtigt wird, wenn verschiedene Gifte an den Lebensmitteln kleben. Für jeden einzelnen gilt ein Grenzwert, die Kombinationswirkung eines „Giftcocktails“ spielt bei den rechtlichen Vorgaben (noch) keine Rolle.
Ein gesunder Erwachsener sollte keine Probleme bekommen wenn die Grenzwerte eingehalten sind. Kinder, Alte und besonders sensible Menschen kaufen natürlich auch im Supermarkt ein und sind besonders bedroht, wenn Grenzwerte überschritten werden. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen werden einmal im Jahr im Lebensmittel-Monitoring veröffentlicht. Jetzt war es wieder so weit und die Ergebnisse sind alarmierend. In der Pressemitteilung zum Lebensmittel Monitoring 2007 heißt es:
In Kopfsalat, Äpfeln, Zuchtchampignons sowie Grün- und Wirsingkohl wurden 2007 häufig die gesetzlichen Höchstmengen für Pflanzenschutzmittelrückstände überschritten. Bei einigen Proben von Kopfsalat, Grünkohl, Austernseitlingen und Tomaten lag die Belastung so hoch, dass bei einmaligem Verzehr gesundheitliche Beeinträchtigungen nicht auszuschließen sind. „Die Anstrengungen des Handels und der Erzeuger zur Reduzierung der Rückstände von Pflanzenschutzmitteln reichen bei einigen Obst- und Gemüsearten offenbar nicht aus“, kritisierte der Leiter des BVL, Dr. Helmut Tschiersky-Schöneburg.
Wohlgemerkt, dies schreibt nicht vermeintliche Panikmacher von Verbraucherorganisationen, sondern eine staatliche Behörde. Eine „gesundheitliche Beeinträchtigung bei einmaligem Verzehr“ bedeutet: einmal gegessen, gleich geht es dir dreckig.
Im vergangenen Jahr war ein Schwerpunkt der Untersuchung Schwermetalle in Schwertfisch, Thunfisch und Hai. Die Ergebnisse haben wirklich den Appetit verdorben: bei jeder dritten Haifischprobe (35 %) und bei jedem vierten Schwertfisch (27 %) wurde einen Quecksilbergehalt über dem zulässigen Höchstwert von 1 mg/kg gefunden. Auch der Grenzwert für Cadmium war bei 43% der Schwertfisch-Proben über dem zulässigen Grenzwert.
Quecksilber und andere Schwermetalle wurden diesmal auch untersucht, allerdings nicht in Fisch. In Rindfleisch, Wildschwein und getrocknetem Schinken konnte zwar in bis zu einem Drittel der Proben Quecksilber nachgewiesen werden. Die Mengen waren jedoch jeweils sehr gering und betrugen selten mehr als ein Prozent der Menge in Fisch.
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Verfasst von Florian
13. Oktober 2008
Die Zeitschrift Ökotest hat in der Oktober-Ausgabe noch einmal alle Vorurteile über Energiesparlampen gesammelt und gemeint sie bestätigen zu müssen. Die Autorin stellt so wilde Thesen auf wie die, dass das „schlechte Licht“ der Lampen Krebs verursache. Über Quecksilber lassen sie sich natürlich auch aus:
Emittiert die Glühbirne mehr Quecksilber als die Energiesparlampe?
Um diese Frage zu beantworten, muss man zunächst wissen, dass bei der Stromerzeugung in Steinkohlekraftwerken Quecksilber und Quecksilberverbindungen freigesetzt werden. Kritiker der Glühbirne rechnen hoch, dass diese Lampen ja mehr Strom verbrauchen als Energiesparlampen und dadurch mehr Quecksilber freisetzen.
Aufmerksame LeserInnen dieses Blogs wissen, dass das stimmt. Aber es ist nur die halbe Wahrheit, denn Braunkohle enthält natürlich auch Quecksilber! Der Gehalt in der Braunkohle ist nicht unbedingt niedriger als der in der Steinkohle, sondern es gibt bei beiden vor allem regional große Unterschiede. Ökotest aber rechnet munter mit 27 Prozent Steinkohle im deutschen Strommix vor, dass „zumindest ein Drittel der Energiesparlampen im Test deutlich mehr Quecksilber in die Umwelt ab[geben] als die Glühbirne“. So weit, so falsch. Zudem geht Öko-Test davon aus, dass alle Lampen nicht recycelt werden. Das ist zwar leider nah an der Wahrheit, doch aus Privathaushalten werden immerhin 10 Prozent der Lampen korrekt entsorgt, was in der Berechnung nicht berücksichtigt wurde. Geht man zudem hoffnungsvoll davon aus, dass die Recyclingquote in den nächsten Jahren steigt, muss man dies bei einer heute gekauften Lampe meines Erachtens auch berücksichtigen. Schließlich ist die Fragen doch: soll man heute eine Energiesparlampe kaufen? Meine Antwortet lautet eindeutig: ja (und wenn sie kaputt ist, natürlich auch recyceln)!
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Verfasst von Florian
25. September 2008
Schlechten Service attestiert die Verbraucherzentrale NRW den meisten Verkäufern von Energiesparlampen. Sie hat 37 namhafte Handelsketten gefragt, ob in den Filialen ausgedienten Energiesparlampen der Kunden zurückgenommen werden. 16 Ketten haben überhaupt nicht geantwortet. Vorbildlich verhalten sich Edeka Rhein/Ruhr, Hornbach, Karstadt, Obi, Praktiker und Toom. Sie nehmen in allen Filialen Energiesparlampen zurück, zum Teil allerdings nur beim Neukauf einer Lampe. Manche Händler weisen Kunden schon beim Kauf der Lampen mit Plakaten und Flugblättern auf die Recycling-Pflicht hin. Bei vier weiteren Unternehmen kann man zumindest in einigen Filialen die quecksilberhaltigen Lampen abgeben.
„Die zurückhaltende Reaktion auf unsere Anfrage und das mangelnde Engagement zeigen, der politische Appell an die Händler, alte Energiesparlampen freiwillig zurückzunehmen, ist gescheitert „, erklärt die Verbraucherzentrale NRW. Als Konsequenz fordert sie vom Gesetzgeber, „neben den Verbrauchern zumindest auch Handelsstätten mit Verkaufsflächen über 1000 Quadratmeter in punkto Rücknahme und Rückgabe von Energiesparlampen gleichermaßen in die Pflicht zu nehmen“.
Umfrage zur Rücknahme von Energiesparlampen im Handel und zur Information der Verbraucher (PDF)
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Verfasst von Florian