26. Juni 2009
Michael Jackson ist tot. Endlich möchte man sagen, denn die letzten Jahre waren alles andere als glücklich für den King of Pop: das schönheitsoperierte Gesicht zerfallen, Gerichtsverfahren wegen Pädophilie in der Öffentlichkeit ausgetragen, musikalisch war nichts neues zu erwarten. Jackson glich auf tragische Weise dem King of Rock, Elvis, dessen hüftschwingende Jugend von einem aufgequollenem, medikamentenabhängigen Alter überschattet wird. Wie glücklich erscheinen dagegen Kurt Cobain, Janis Joplin, Jimi Hendrix, Jim Morrison und andere Mitglieder des Klub 27.
Doch in diesem Blog geht es nicht um Musik. Ihr ahnt wahrscheinlich schon was kommt. Die FAZ hat einen Nachruf auf Michael Jackson gedruckt, in dem steht:
Der große Filmregisseur Martin Scorsese, den Jackson für sein Video „Bad“ engagierte, erinnerte sich, wie beeindruckt er von Jacksons Meisterschaft des Tanzes und seiner Musik war: „Jeder seiner Schritte war absolut präzise und zugleich flüssig. Es war, als sähe man Quecksilber in Bewegung.“
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Skurril, Symbolik, USA |
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Verfasst von Florian
4. Juni 2009
Am Sonntag wird gewählt – oder auch nicht. Die Bedeutung des Europaparlaments (EP) ist vielen Menschen nicht bewusst und wird auch von vielen Politikern kleingeredet. Und die Wahlwerbung macht den Eindruck, als wüssten die Parteien selber nicht, was im EP entschieden wird. In Deutschland haben bei den letzten beiden Wahlen zum Europaparlament nicht einmal die Hälfte aller Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben.
Dabei spielt das EP grade beim Umweltschutz eine große Rolle. Beim Umweltrecht ist die Europäische Union mittlerweile wichtiger als die Bundesländer und die Bundesregierung. Manche sagen, dass 80 Prozent (!) der Umweltgesetze in Brüssel gemacht werden. Dies geschieht in Form von Verordnungen, die direkt in allen Mitgliedsstaaten gelten, oder Richtlinien, die ein bestimmtes Ziel vorgeben. Die Maßnahmen, um dieses Ziel zu erreichen, bestimmt jeder Staaten selber.
Das Parlament hat zwar nur eingeschränkte Rechte, kann im Gesetzgebungsprozess aber einen kritischen und manchmal entscheidenden Beitrag leisten. So hatte die Europäische Kommission ursprünglich vorgeschlagen, nur den Export von reinem Quecksilber zu verbieten. Das EP hat sich dafür eingesetzt auch Quecksilberverbindungen und Produkte, die Quecksilber enthalten, einzuschließen. Als Kompromiss mit den Umweltministern der 27 EU-Staaten kam schließlich heraus, dass ganz bestimmte Verbindungen beim Exportverbot eingeschlossen sind. Ähnlich lief es mit dem Verkaufsverbot für quecksilberhaltige Geräte. Die anderen Akteure, die Europäische Kommission und der Ministerrat (also die jeweiligen Fachminister aus den Ländern), wollen in den allermeisten Fällen weniger Umweltschutz durchsetzen als die Abgeordneten. Eine höhere Wahlbeteiligung stärkt das Parlament bei den Verhandlungen mit der Kommission und dem Ministerrat.
Derzeit sitzen im EP 99 Abgeordnete aus Deutschland. 10 davon sind Mitglied im Umweltausschuss, sieben weitere sind Stellvertreter. Sechs der Ausschuss-Mitglieder stammen von CDU/CSU, zwei von der SPD (Matthias Groote und Dagmar Roth-Behrendt), außerdem Hiltrud Breyer von den Grünen und Holger Krahmer von der FDP. Beim Thema Quecksilber hat sich aber auch der pfälzische CDU-Abgeordnete Thomas Ulmer stark engagiert und in seiner Fraktion einige Kollegen überzeugt, für wirkungsvolle Maßnahmen zu stimmen. Bei anderen Themen gab es größere Probleme mit den Konservativen.
Die Umweltpositionen und -forderungen der Parteien zur Europawahl (PDF) hat der DNR in einer Übersicht zusammengestellt. Geht wählen! Stärkt mit eurer Stimme das Europäische Parlament.
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Politik in Europa |
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Verfasst von Florian
28. Mai 2009
Kein Problem, nirgends. Bei allen Krankenhäusern mit denen ich telefoniert habe die selbe Auskunft: wir verwenden schon seit Jahren keine Quecksilber-Blutdruckmessgeräte mehr. Die Dinger sind unhandlich, können zerbrechen, müssen regelmäßig kalibriert werden und es gibt gute Alternativen. Die Umstellung erfolgte schon in den 1990ern, häufig wussten nur noch langjährige Mitarbeiter, dass überhaupt Mal Quecksilbergeräte verwendet wurden. Entweder nehmen die Schwestern und Pfleger heute aneroide Geräte oder elektronische, die noch zusätzliche Informationen liefern. Meine Kollegin in Frankreich hat ähnliche Erfahrungen gesammelt. Doch in anderen Ländern sind Quecksilber-Blutdruckmesser wohl noch immer gebräuchlich. Bin gespannt auf den Bericht und die Konferenz “EU Mercury phase out in measuring and control equipment” am 18. Juni in Brüssel.
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Gesundheit, In eigener Sache, Messgeräte, Politik in Europa, Quecksilber früher |
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Verfasst von Florian
17. April 2009

CreativeCommons BY-NC-SA Felix42 contra la censura, flickr.com
Der Verkauf von quecksilberhaltigen Fieberthermometern ist seit diesem Monat in der gesamten EU verboten. In Blutdruckmessgeräten (Sphygmomanometern) ist das giftige Schwermetall weiterhin erlaubt, wenn diese professionell eingesetzt werden. Ich recherchiere grade, ob und wenn ja warum solche Geräte noch in Krankenhäusern in Deutschland verwendet werden. Einige Kollegen führen die gleiche Recherche in Frankreich, Spanien, Italien, Tschechien und weiteren Ländern durch. Die Ergebnisse werden für einen Bericht an die EU-Kommission verwendet. Wer ein Krankenhaus kennt, in dem solche Geräte eingesetzt werden, bitte melden!
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In eigener Sache, Messgeräte, Politik in Europa |
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Verfasst von Florian
19. Februar 2009
Juchu, es gab einen Durchbruch in Nairobi! Die Umweltminister der Vereinten Nationen haben sich darauf geeinigt, Quecksilber weltweit aus dem Verkehr zu ziehen. Die Zahnärzte der Amedis Klinik in Hannover frohlocken schon, dass damit “das Thema der quecksilberhaltigen Amalgam Füllungen erledigt” sei. Doch halt! Ich kenne zwar die genauen Beschlüsse noch nicht, doch sie werden sicher nicht unmittelbar in die deutsche Gesundheitspolitik eingreifen. Es geht viel mehr darum weltweit gemeinsam Schritte zu unternehmen, damit weniger Quecksilber in die Umwelt gelangt. Dafür werden verbindliche Reduktionsziele festgelegt und evt. konkrete Maßnahmen vorgeschlagen, die jedes Land umsetzen soll. Die Grundlage ist jetzt gelegt, die Umsetzung wird (leider) noch etwas Zeit in Anspruch nehmen.
Joachim Müller-Jung, FAZ: Quecksilber soll verboten werden
Marc Engelhardt, taz: Quecksilber verboten
Angelika Slavik, Süddeutsche Zeitung: Das gefährliche Element
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Global, Politik |
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Verfasst von Florian
16. Februar 2009
Heute beginnt in Nairobi, der Hauptstadt Kenias und Sitz des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP), das “Gouverning Council”, also ein Treffen von Umweltministern aus aller Welt. Einer der wichtigsten Punkte im Programm sind die Verhandlungen über ein globales Abkommen gegen Quecksilber. Der Direktor des UNEP, Achim Steiner, ist hoffnungsvoll, dass ein solches Abkommen zustande kommt und spricht schon von “goldenen Zeiten, um die giftige Quecksilberbelastung zurückzudrängen“. Weil Quecksilber so flüchtig ist und sich global ausbreite gebe es heute “keinen lebenden Menschen, der vollständig unbelastet von Quecksilber ist. “
Medienberichte über die Konferenz und die Hintergründe:
Ralph Ahrens, Deutschlandfunk: “Quecksilber-Verbot: Jedes Gramm zählt“
Martin Kotynek, Süddeutsche Zeitung: “Kampf dem Quecksilber“
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Global, Politik |
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Verfasst von Florian