Die Berliner Stadtreinigung (BSR) ist bekannt für ihre witzige Werbung. Mit der neuesten Kampagne werben die „Men in Orange“ dafür, durchgebrannte Energiesparlampen nicht in den Hausmüll zu werfen. Wenn „sie“ auf die Anmache nicht mehr reagiert, muss sie zu einem der 15 Recyclinghöfe in Berlin oder einer anderen Sammelstelle gebracht werden. Das gilt natürlich auch in anderen Städten! Zu der BSR-Kampagne gibt es eine Website (www.energiesparlampen-richtig-entsorgen.de), Gratis-Postkarten und einen Flyer mit Foto-Love-Story.
Was, wenn sie nicht auf meine Anmache reagiert?
29. Oktober 2009Deutscher Naturschutzring fordert weniger Quecksilber in Energiesparlampen
27. Oktober 2009Der Deutsche Naturschutzring (DNR) hat heute in Berlin die Bundesregierung aufgefordert, sich in der EU für niedrigere Quecksilber-Grenzwerte in Energiesparlampen und Leuchtröhren einzusetzen. Dies sei für einen massenhaften Einsatz der Energiesparlampen wichtig, die in geringem Umfang Quecksilber enthalten.
„Der bisherige Grenzwert von 5 Milligramm Quecksilber pro Energiesparlampe muss mindestens halbiert werden“, forderte DNR-Generalsekretär Dr. Helmut Röscheisen. Viele Hersteller kämen bereits mit weniger als 2 Milligramm pro Lampe aus. Dieser Wert solle verbindlich für Energiesparlampen bis 25 Watt festgelegt werden. „Die Bundesregierung muss sich bei der EU für die Einhaltung des technisch Möglichen einsetzen“, sagte Röscheisen.
Der DNR verwies darauf, dass die große Anzahl falsch entsorgter Lampen eine Belastung für die Umwelt darstelle. Ausgediente Energiesparlampen und -röhren müssen bei einer Recyclingstelle oder einem Händler abgegeben werden. Nach offiziellen Daten der EU kämen europaweit jährlich bis zu 15 Tonnen Quecksilber für die Beleuchtung zum Einsatz, die Hälfte davon in Energiesparlampen und Leuchtröhren. Etwa 90 Prozent der Energiesparlampen aus Privat-haushalten würden falsch entsorgt. Durch die Absenkung des Grenzwertes von 5 auf 2 Milligramm würde die Umwelt um einige Tonnen Quecksilber entlastet.
Die größte Menge Quecksilber gelangt in Deutschland durch Kohle-verbrennung in die Umwelt. Wird der Anfall von Quecksilber bei der Energieerzeugung auf den Stromverbrauch einer bisherigen 100Watt-Glühbirne umgerechnet, fallen in einem Jahr etwa ein Milligramm Quecksilber an. Bei einem niedrigeren Grenzwert von Quecksilber in Energiesparlampen und der richtigen Entsorgung sei die Quecksilberbelastung dort deutlich geringer.
In unbeschädigten Energiesparlampen ist das Quecksilber fest eingeschlossen und stellt keine Gesundheitsgefahr dar. Zudem befänden sich in alten Fieberthermometern einige hundert Mal so viel Quecksilber wie in einer Lampe. Für den Einzelnen besteht auch durch zerbrochene Energiesparlampen keine akute Gefahr, sofern die Scherben sofort gründlich beseitigt werden. Hierfür sollte man keinen Staubsauger, sondern sondern einen Handfeger verwenden und sehr gut lüften.
Zero Mercury: NGO’s Comments on the classification of CFLs and their mercury content (PDF)
Quecksilber: Energiesparlampe vs. Kohlestrom
30. September 2009Inzwischen weiß es jeder und vor allem die Leuten die sich sonst kaum für Umweltschutz interessieren: Ja, in Energiesparlampen ist Quecksilber enthalten. Darum darf man sie nicht einfach in den Müll schmeißen, sondern muss sie recyceln lassen (Sammelstelle finden). Energiesparlampen sind vermutlich nur eine Übergangstechnologie und es ist gut, dass Lampenhersteller jetzt unter Druck stehen, energiesparende und quecksilberfreie Lampen weiterzuentwickeln. Wer sich jetzt eine gute Energiesparlampe mit langer Lebensdauer anschafft, braucht in 10 Jahren vielleicht keine neue mehr zu kaufen. Für manche Zwecke gibt es bereits jetzt LEDs oder Halogenstrahler, die viel weniger Energie als normale Glühbirnen benötigen.
Es ist aber auch klar, dass unser Strom nicht ohne Umweltschäden produziert wird. Wenn weniger Energie verbraucht wird, reduziert sich diese Umweltbelastung. Kernenergie verursacht Atommüll und Kohleverbrennung schadet nicht nur dem Klima, sondern dabei werden auch viele Gifte freigesetzt. Neben Quecksilber zählen dazu unter anderem Schwefeloxide, Stickoxide, Kohlenmonoxid, Feinstaub, Kupfer, Blei, Arsen. Auch wer Ökostrom bezieht, hängt technisch am ganz normalen Stromnetz. Und Windräder, Wasserkraftwerke und Solarzellen sind auch ein Eingriff in die Natur.
Bisher habe ich es nur behauptet, jetzt mal nachgerechnet. Wird die Menge Quecksilber in Energiesparlampen wirklich durch die Energieeinsparung ausgeglichen?
Daten hierfür liefert das europäische Schadstoff-Register EPER. Demnach wurden im Jahr 2004 insgesamt 5,35 Tonnen Quecksilber aus Verbrennungsanlagen ausgestoßen. Darin sind allerdings nur Großkraftwerke enthalten. Einzelne Großkraftwerke sind alleine für mehrere hundert Kilogramm Quecksilber verantwortlich. In Jahr 2004 wurden insgesamt 615,3 TWh Strom erzeugt (XLS-Datei). Dies ergibt 0,0087 Milligramm Quecksilber pro Kilowattstunde (5.350.000.000 Milligramm / 615.300.000.000 kWh). Das Öko-Institut kommt gar auf 0,0147 mg.
Eine Energiesparlampe mit 20 Watt (0,02 kW) ist ungefähr so hell wie eine Glübhirne mit 100 Watt (0,1 kW). Die Energiesparlampe hat eine angegebene Brenndauer von etwa 6.000 Stunden und darf maximal 5 Milligramm Quecksilber enthalten. Man rechnet also:
Energiesparlampe:
5 mg Hg + 0,02 kW * 6.000 h * 0,0087 mg Hg/kWh
= 5 mg Hg + 1,04 mg Hg = 6,0 mg HgGlühlampe:
0,1 kW * 6.000 h * 0,0087 mg Hg/kWh = 5,2 mg Hg
In diesem Vergleich schneiden die Energiesparlampe und die Glühlampe nach sechs Jahren etwa gleich ab. Bei der Stromerzeugung fallen neben Quecksilber aber noch andere Schadstoffe an, nicht zuletzt Atommüll. Und das Quecksilber in der Energiesparlampe ist nicht in der Umwelt verteilt, sondern kann recycelt werden. An den Quecksilberemissionen aus der Kohleverbrennung lässt sich kurzfristig wenig ändern. Gute Energiesparlampen halten nach meiner Erfahrung sogar länger als 6.000 Stunden. In einer Langzeituntersuchung von Stiftung Warentest haben Lampen von Osram, Philips, Megaman und GE über 19.000 Stunden ausgehalten. Auch der Grenzwert von 5 Milligramm Quecksilber wird von vielen Herstellern weit unterschritten. Die Osram Dulux EL Longlife enthält 2,5 mg, Megaman Energiesparlampen enthalten im Durchschnitt weniger als 2 Milligramm Quecksilber. Damit ergibt sich:
Energiesparlampe:
2 mg Hg + 0,02 kW * 10.000 h * 0,0087 mg Hg/kWh
= 2 mg Hg + 1,74 mg Hg = 3,7 mg HgGlühlampe:
0,1 kW * 10.000 h * 0,00869 mg Hg/kWh = 8,7 mg Hg
Eine gute Energiesparlampe verursacht also weniger als die Hälfte Quecksilber einer vergleichbaren Glühlampe!

Foto CC-BY-NC: Wolfgang Staudt, flickr
Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin
1. September 2009… am nächsten Samstag (5. September) zur grooooßen Anti-Atom-Demo. Aus über 100 Städten in ganz Deutschland kommen Busse und Sonderzüge. Aus dem Wendland (Gorleben) ist schon am letzten Samstag ein Treck von Traktoren und Fahrrädern gestartet. Greenpeace und contrAtom bloggen täglich vom Treck, mit vielen Fotos.
Start der Demo am Samstag ist um 13 Uhr am Hauptbahnhof.
Klimawandel wird schrecklich
31. August 2009Die Schrecken des Klimawandels:
- Dürren in Afrika
- Orkane in den USA
- Überschwemmungen in Asien
- Abschmelzen der Gletscher und der Pole
- Glühbirnenverbot in Europa

Ach ja, die Welt ist wirklich ungerecht. Damit die Trennung von der Glühbirne nicht so schwer fällt, hier einige Links mit guten Infos über Energiesparlampen und ihre fachgerechte Entsorgung:
Nabu: Gerüchte um die giftige Birne. Was Sie über Energiesparlampen wissen sollten
Stiftung Warentest: Energiesparlampen-Test 2006 (abruf kostenlos, neuerer Test erhältlich) Testsieger: Osram Dulux EL Longlife
Lichtzeichen: Energiesparlampen nutzen und richtig entsorgen (nicht wegwerfen, sondern beim Recyclinghof oder Händler abgeben)
Ökostrom: Atomausstieg selber machen (ob mit oder ohne Energiesparlampe)
Foto: burnt out Impurities (Creative Commons BY-NC-SA)
Coordination gegen BAYER-Gefahren
21. August 2009
Dem Chemiekonzern Bayer kommt eine besondere „Ehre“ zuteil. Eine eigene Umweltorganisation beschäftigt sich nur mit den Missetaten dieses Konzerns. So viel Aufmerksamkeit dürften den wenigsten Konzernen zu Teil werden, auch wenn viele sicher nicht immer mit sauberen Mitteln ihr Geld verdienen. Die kleine Coordination gegen BAYER-Gefahren setzt den Weltkonzern seit nunmehr dreißig Jahren erfolgreich unter Druck und hakt nach, wo es etwas nachzuhaken gibt.
Da Bayer in Krefeld-Uerdingen auch ein Chlorwerk mit Quecksilbertechnik betreibt, schreibe ich einen Artikel für die Zeitschrift Stichwort Bayer.
Vinnolit steigt um
31. Juli 2009Das mittelständische Chemieunternehmen Vinnolit betreibt zwei Chlor-Alkali-Werke, die bisher mit Quecksilber betrieben wurden. Jetzt ist die Umrüstung auf Membrantechnik abgeschlossen. Die Anlagen stehen in Gendorf (Bayern) und Hürth-Knapsack (NRW). Das Werk in Knapsack hatte ich 2007 besucht und Quecksilberwerte in der Umgebung gemessen, aber an diesem Tag keine Erhöhung festgestellt.
Die neue Membrantechnik kommt nicht nur völlig ohne Quecksilber aus, sondern spart auch noch viel Energie und gilt europaweit als „beste verfügbare Technik“. Die Chlorindustrie ist der größte Anwender von Quecksilber in Europa und hat den höchsten Energiebedarf der Chemiebranche. Jetzt gibt es noch sechs Chlor-Alkali-Werke mit Quecksilbertechnik in Deutschland. Diese gehören alle zu internationalen Konzernen: Akzo Nobel (2), Bayer, BASF, Evonik-Degussa und INEOS. Laut einem Abkommen zum Schutz der Nordsee sollen alle Anlagen bis 2010 ohne Quecksilber auskommen, doch die Konzerne wollen die komplette Umrüstung auf Membrantechnik erst 2020 abschließen.
Wiedeking?
23. Juli 2009Zu dem goldigen Porschechef Ex-Porschechef habe ich vor anderthalb Jahren eigentlich schon alles gesagt.
Symbolik (13) – der King of Pop
26. Juni 2009Michael Jackson ist tot. Endlich möchte man sagen, denn die letzten Jahre waren alles andere als glücklich für den King of Pop: das schönheitsoperierte Gesicht zerfallen, Gerichtsverfahren wegen Pädophilie in der Öffentlichkeit ausgetragen, musikalisch war nichts neues zu erwarten. Jackson glich auf tragische Weise dem King of Rock, Elvis, dessen hüftschwingende Jugend von einem aufgequollenem, medikamentenabhängigen Alter überschattet wird. Wie glücklich erscheinen dagegen Kurt Cobain, Janis Joplin, Jimi Hendrix, Jim Morrison und andere Mitglieder des Klub 27.
Doch in diesem Blog geht es nicht um Musik. Ihr ahnt wahrscheinlich schon was kommt. Die FAZ hat einen Nachruf auf Michael Jackson gedruckt, in dem steht:
Der große Filmregisseur Martin Scorsese, den Jackson für sein Video „Bad“ engagierte, erinnerte sich, wie beeindruckt er von Jacksons Meisterschaft des Tanzes und seiner Musik war: „Jeder seiner Schritte war absolut präzise und zugleich flüssig. Es war, als sähe man Quecksilber in Bewegung.“
Verfasst von Florian
Verfasst von Florian
Verfasst von Florian
Ich (ohne Krawatte) und einige Kollegen aus 




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